Einsteiger Guide - Prolog -




Einsteiger Guide - Prologue -
 
Jeder Spieler (vor allem Anfänger) steht ständig vor der Frage: „Welche Scheibe soll ich mir als nächstes kaufen“. Oft ist es dann von Vorteil, wenn man schon eine Idee hat, was die Scheibe letztendlich machen soll.
 
Die erste Frage, die man sich also stellen sollte, ist: was möchte ich mit der Scheibe machen? Einsteiger entscheiden sich sehr oft für eine Scheibe, die einfach nur weit fliegen soll. Wenn man kürzere Strecken überwinden möchte, wirft man einfach weniger stark… klingt doch logisch. Also schaut man, was denn so die schnellste Scheibe ist. Man findet dann eine Speed 14 oder 15 Scheibe und denkt sich: „Jo damit schaffe ich die 60m Bahn im Handumdrehen“… Aber Moment, was werfe ich dann bei einer 100m Bahn? Na gut, dann tuts auch Speed 13.
 
Nun ja, diejenigen, die sich schon mit Scheiben und deren Werten beschäftigt haben, wissen das dies ziemlich falsch gedacht ist.
 
Oft wird uns auch die Frage gestellt: was ist eigentlich der wichtigste Wert bei einer Scheibe? Die Frage kann man so nicht beantworten, da es letztendlich auf alle Werte ankommt. Aber ich persönlich würde beim Speed-Wert anfangen, da dieser in der Regel völlig falsch interpretiert wird.
 
Aber spulen wir nochmal zurück…… Womit fangen wir bei der Scheibenwahl an.
 
Was will ich mit der Scheibe machen? 

Das wäre meine erste Frage, die ich mir stelle: Möchte ich putten, annähern und viele Meter überwinden? Das wäre schonmal eine grobe Einteilung in 4 Kategorien. Wieso 4? Gerade waren es noch 3. Ja - die ganz grobe Einteilung wäre tatsächlich Putter, Midrange Driver und Distance Driver. Da sich in den letzten Jahren der Speed immer mehr erhöht hat, musste auch eine neue Kategorie her und die hat man zwischen Midrange und Distance gesetzt und nennt sich nun Fairway Driver.
 
Oft liest man auch noch von weiteren Kategorien wie z.Bsp. Control Driver, Max Distance Driver oder mein Liebling ist „Understable High Speed Long Distance Driver“. Diese Bezeichnungen sind zwar nett zu lesen, man sollte sich davon aber nicht beirren lassen. Nennen wir sie einfach mal „Unterkategorien“
 
So, jetzt haben wir die 4 Haupt-Kategorien, aber wozu dienen sie?
 
Der Putter, oder die Putt and Approach Scheibe 

Der Putter ist in meinen Augen die wichtigste Scheibe, sowohl für den Anfänger, der das Werfen richtig lernen möchte, wie auch für den Fortgeschrittenen und Profi. 
 
Mit dem Putter werden wir in erster Linie putten, also hoffentlich den letzten Wurf in den Korb versenken. Oft höre ich hier den Einwand der Anfänger: „Da geht doch auch ne Midrange“. Ja das stimmt, man kann auch mit einer Midrange putten, mit dem Driver geht’s auch und auch mit einem Backstein (nicht zum empfehlen). Wir wollen doch aber möglichst immer konstant geradeaus werfen, bzw. einen definierten Bogen und das egal ob wir 2 Meter oder 12 Meter vor dem Korb stehen. Dies kann man letztendlich nur mit einem Putter. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, wird es vermutlich verstehen, wenn wir das Thema „Speed“ durchnehmen. 
 
Der Putter ist aber nicht nur zum putten da. WHAT??? Wie der Name „Putt and Approach“ schon sagt, kann der Putter noch viel mehr. Natürlich kommt es hier auf die Flugeigenschaften an, was man mit dem Putter so alles machen kann. Der Putter ist z.B. auch ziemlich gut für Annäherungen bis 50m geeignet. Wenn ich das zu einem Einsteiger sage, kommt oft die Antwort: „Oha - das schaffe ich gerade mal mit meinem Speed 13 Driver“. Nun ja, ich persönlich werfe fast alles bis 60m mit einem Putter, sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen. Hierzu gibt es ein Thema weiter unten. Also, der Putter kann also auch annähern und sogar driven, man soll es kaum glauben. 
 
Wozu nimmt man denn den Putter noch? Der Putter ist in meinen Augen die perfekte Trainingsscheibe. Keine andere Kategorie ist so ehrlich wie die Putter. Nimmt man einen Putter, der in seiner Natur geradeaus fliegt (z.Bsp. 3/4/0/0), dann sagt der uns ziemlich genau, wann wir falsch werfen. Richtig geworfen fliegt so ein Putter ganze easy 60m gerade aus. Hierzu aber auch noch später. 
 
Fazit: Der Putter ist dann gut zu gebrauchen, wenn eine Scheibe möglichst den ganzen Flug über, die gleiche Flugbahn beibehalten soll. Also lange gerade Putts, Annäherungen oder Drives, oder auch mittlere Hyzer bzw. Anhyzer, die möglichst die Flugbahn bis zum Ende beibehalten sollen. 
 
Der Putter kann natürlich noch vielmehr, aber wollen wir versuchen beim Einsteiger Guide zu bleiben.
 
 
Der Midrange Driver (Annäherungsscheibe) 

Die Midrange, oder der Midrange Driver (jeder Hersteller nennt sie anders) ist wie der Name schon sagt, die perfekte Scheibe um mittlere Distanzen zu überwinden. Aber was sind mittlere Distanzen? Grob eingeteilt würde ich sagen, alles zwischen 50m und 80m. Sicherlich kann man auch mit einer Midrange weiter als 80m werfen. Manche werfen mit ihr auch kontrolliert 100m. Aber das sollte nicht der Anspruch eines Anfängers sein. Versucht dabei zu bleiben, die Midrange nun in der oben genannten Entfernung zu werfen. Bitte verwechselt hierbei aber nicht die tatsächliche Wurfweite mit der gedachten bzw. gewünschten Flugweite. Wenn man -mit egal welcher Scheibe- nur 70m weit wirft und der Korb steht in 100m Entfernung, dann wirft man trotzdem nur die Midrange.
 
Wie beim Putter auch, empfiehlt es sich, lange mit der Midrange zu trainieren und möglichst sehr spät auf die nächst höhere Kategorie aufzusteigen. Es gibt sicherlich auch Gründe, schon vorher einem Driver der Midrange vorzuziehen. Das sollte dann aber eher die Ausnahme und nur unter bestimmten Bedingungen sein. Stichwort: Witterungsverhältnisse.
 
Ansonsten kann man mit einer neutralen Midrange auch alles machen, was man so benötigt. Wer also seine erste Midrange kauft, sollte darauf achten, dass die Summe des Turn und Fade Werts bei -1 bis maximal +1 liegt. Hierzu aber auch noch später mehr.
 
Der Fairway Driver (mittlere Weitwurfscheibe) 

Der Fairway Driver (FD) ist so eine Scheibe, die oft gern übersprungen wird. Meiner Meinung nach ist der Fairway Driver der wichtigste Driver überhaupt. FD gehen i.d.R bis Speed 9, was in Deutschland mehr als ausreichend ist. Mit einem FD kann man, sofern die Technik passt, locker zwischen 80 und 100m werfen und das noch ziemlich kontrolliert. Hier sollte man sich wirklich (vor allem als Anfänger und auch als Fortgeschrittener) vor Augen halten, dass man bei Bahnen mit 100m und mehr, mit dem ersten Wurf selten bis an 10m an den Korb kommt. Diese Erkenntnis ist wirklich wichtig, da man so erkennt, dass Scheiben mit Speed 11 und mehr so gut wie keinen Sinn machen. Wohl gemerkt, ich spreche hier von Spielern mit maximal fortgeschrittener Spielerfahrung und Technik. Der Unterschied ist nun also: werfe ich mit einem FD kontrolliert in die Nähe des Korbs und mache dann eine Annäherung, oder werfe mehr oder weniger oft unkontrolliert mal mehr oder weniger in die Nähe des Korbs um dann eine schwierigere Annäherung zu haben.
 
Der Distance Driver (Weitwurfscheibe) 
 
Nun zum Teufel der Scheiben… das könnte man nun meinen, nachdem ich die anderen Scheiben ständig vorziehen würde. Der Distance Driver (DD) hat unbestritten auch seine Daseinsberechtigung. Nur möchte ich wirklich verdeutlichen, dass der DD ein Spezialwerkzeug ist, dass man auch nur für bestimmte Würfe nutzen sollte, es sei denn, man hat eine perfekte Technik oder einen super schnellen Arm (am besten beides *g*). 
 
Sehen wir mal von Salzseenwürfen ab, kann man mit DD’s weit über die 130m kommen. Dies ist aber wirklich nur den sehr guten Spielern vorbehalten, die in ihre Freizeit nichts anderes mehr machen als Scheiben zu werfen. Sicherlich gibt es auch Ausnahmetalente, die diese Scheiben schon nach wenigen Monaten an die 130m bringen, aber die sind wirklich eher minder in der Zahl. 
 
Was ist denn nun aber so schlimm daran, auch als Anfänger Weitwurfscheiben zu werfen? Wirklich am schlimmsten ist, dass man mit DD’s seine Wurftechnik nicht richtig lernt oder sie verlernt, wenn man zu früh auf Distance Driver umstellt. Hierzu kommt noch die körperliche Mehrbelastung, weil man möglichst sehr stark an der Scheibe reißen möchte. Und auch nicht zu vergessen sind die weiteren körperlichen Schäden wie Fehlhaltung im Oberkörper und vorzeitige Schmerzen im Arm und Schulter. Man sollte auch daran denken, dass man auch schneller an seine Leistungsgrenzen (Kondition) kommt, was vor allem bei Turnieren eher weniger gut ist. 
 
Ich weiß, an dieser Stelle erwartet man eigentlich, dass ich erst einmal die Vorzüge der DD’s aufliste. Mir ist es aber wirklich wichtig, dass ihr euch erst einmal über die Nachteile im Klaren sein solltet. Ich kenne genügend Spieler, die nun mit den Konsequenzen leben müssen, dass sie zu früh mit DD’s angefangen haben und nun sowohl körperlich wie auch mit technischen Problemen kämpfen müssen. 
 
So, da wir mit der negativen Seite angefangen haben, machen wir gleich weiter.
 
DD’s sind, wie wir nun wissen, deutlich schwerer „richtig“ zu werfen. Warum ist das denn so? Sie liegen doch wegen dem breiten Rand viel besser in der Hand als alle anderen Scheiben. Distance Driver benötigen hohe Geschwindigkeiten um zu fliegen. Scheiben kann man mit den Tragflächen von Flugzeugen vergleichen und umso flacher sie werden, umso höhere Geschwindigkeiten benötigen sie. Das flache Profil macht es nicht leichter auf höhere Geschwindigkeiten zu kommen. Das ist ein Trugschluss: umso flacher die Scheibe ist, umso länger hält sie letztendlich nur die Geschwindigkeit, da weniger Angriffsfläche für den Luftwiderstand wirkt. Wie wir wissen, benötigen auch Flugzeuge hohe Geschwindigkeiten um in der Luft zu bleiben. Da Einsteiger und auch Fortgeschrittene die notwendige Geschwindigkeit aber selten in die Scheibe bekommen, fliegen sie nicht so weit, wie sie eigentlich sollten. Das Resultat sind ungenaue Würfe, bis hin zu den nicht gewollten Rollern, die in den meisten Fällen weg vom Korb verlaufen.
 
Wozu kann man denn nun, wenn die Technik passt, die DD’s denn nun gebrauchen? In erster Linie um sehr weit zu werfen, irgendwie logisch nicht wahr?
 
DD’s eignen sich auch deutlich besser für besondere Würfe wie z.B. Overhead (Tumber, Tomahawk), Sidearm, Roller und (das wissen nur die wenigsten) zum Gegenwind Putten bei hohen Windgeschwindigkeiten. WHAT?? Putten mit nem Driver? Hast du nicht mehr alle? Oben hast du es noch verteufelt! Dir glaube ich nix mehr!
 
Ja ja ja, schon gut… wir reden hier von Spielern, die mehr Zeit auf dem Discgolf-Parcour verbracht haben als die meisten von uns an Mamas Brust.
 
Ich denke, das reicht nun erst einmal mit der Unterscheidung der Kategorien. Kommen wir nun zu den mysteriösen Flugwerten oder wie auch immer wir sie nennen wollen.